Zu viel des Guten?

In den letzten Wochen tut das Nachrichten Schauen eigentlich nur noch weh. Auf eine schreckliche Meldung folgt die nächste, und ich hab langsam den Eindruck, dass sich das sobald nicht ändern wird.

Was den westlichen Ländern hauptsächlich nur aus Actionfilmen bekannt ist, in vielen muslimisch geprägten Ländern leider schon lange zur Tagesordnung gehört, beschäftigt weltweit Politiker, füllt Zeitungen und schleicht sich in nahezu jede Unterhaltung. Sicherheitsmaßnahmen werden verschärft, mancherorts die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Aussagen von Politikern verunsichern die Massen, und das Gedenken an Todesopfern nimmt scheinbar kein Ende mehr. Ganz offensichtlich ist es aber auch inzwischen so, dass manche Leben mehr wert sind, als andere. Dass man um einige mehr trauern muss als um andere. Dass der Tod einiger Menschen schlimmer ist, als der anderer. Und ich frag mich, wann das passiert ist. Wann sind wir so abgestumpft, dass uns nur noch die Toten interessieren, die in unserer Nähe gestorben sind? Die, die unserer Nation angehören? Wenn ein Deutscher unter den Todesopfern ist, macht das einen Anschlag schlimmer? Ich finde nicht!

10.10.2015 – In der türkischen Hauptstadt sterben bei zwei Explosionen nahe dem Hauptbahnhof fast 100 Menschen. Es wird bestürzt zur Kenntnis genommen. Die Berichterstattung in den Medien endet einige Tage später.

31.10.2015 – Über der Sinai-Halbinsel stürzt ein russisches Passagierflugzeug ab. Vermutlich auf Grund einer Bombe an Bord. Mehr als 200 Menschen sterben. Man ist entsetzt. Die Medien berichten kurze Zeit später  nur noch sporadisch über den aktuellen Stand der Ermittlungen.

13.11.2015 – In Paris sterben bei drei Explosionen rund um das Fußballstadion ‚Stade de France‘, Schießereien in Cafés und Bars sowie bei einer Geiselnahme in einer Konzerthalle mehr als 100 Menschen. Die Welt trauert, zeigt Anteilnahme und kennt kaum mehr ein anderes Thema.

20.11.2015 – In Mali sterben bei einer Geiselnahme in einem Luxushotel mehrere Menschen. Das Gedenken und gemeinsame Schweigen gilt nach wie vor den Opfern von Paris.

Egal wo und wie viele Menschen bei einem Terrorakt ums Leben kommen – es ist gleichermaßen traurig und schlimm!

Deshalb möchten wir hier ALLEN Menschen gedenken, unabhängig von ihrer Herkunft und Religion, die dem Terrorismus zum Opfer gefallen sind.

prayfortheworld

Natürlich stellt sich jetzt die Frage, wie mit dem ganzen Terror umgegangen wird. Ob man noch ohne Bedenken das Haus verlassen kann oder große Menschenansammlungen lieber gemieden werden sollten. Ob der Urlaub in Ägypten, der Türkei oder Paris besser storniert werden sollte. Kann man sich abends noch gemütlich in eine Bar setzen, oder muss man mit Schüssen rechnen? Ist der Aldi um die Ecke noch sicher oder eventuell das nächste Ziel eines Anschlags, sobald mehr als 20 Menschen dort ihren Wocheneinkauf erledigen?

Das sind alles keine Fragen, die leicht zu beantworten sind.

Ich kann nur für mich sprechen. Aber ich persönlich bin der Meinung, dass sich keiner verstecken sollte. Denn das ist genau, was diese Wichser – entschuldigt meine Wortwahl – wollen. Das gibt ihnen nur noch mehr Macht, und ich bin ehrlich gesagt nicht bereit, ihnen diesen Triumph zu gönnen. Ich lebe lieber mit dem Risiko, irgendwann zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, dafür aber Spaß zu haben, mit dem Po auf einem coolen Konzert zu wackeln oder bei einem Fußballspiel im Stadion mit meinen Freunden den Schiri zu bepöbeln, anstatt 100 Jahre alt zu werden, davon aber 77 im Wohnzimmer mit 20 Katzen auf dem Sofa gesessen  und im Fernsehen die Welt im Chaos versinken gesehen zu haben.

Der IS ist wie Hydra. Schlägt man einen Kopf ab, wachsen zwei neue nach. Also anstatt als spontane Reaktion auf einen Anschlag wilde Angriffe zu fliegen, bei denen irrtümlich nicht-feindliche Kampfjets abgeschossen werden, sollten wir alle an einem Strang ziehen, aus dem wir diesen Mistkerlen einen Stick drehen können!

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