Antalya

Mich hat es im September letztes Jahr für vier Wochen beruflich nach Antalya verschlagen. Natürlich stand die Arbeit im Vordergrund, trotzdem habe ich viel gesehen und erlebt.

Für mich war es das erste Mal in der Türkei, und ich muss gestehen, dass ich nicht ganz vorurteilsfrei meine Reise angetreten habe. Und nicht nur, weil ich eine alleinreisende, blonde (zwar gefärbt, aber was macht das schon?) junge Frau war, sondern auch, weil ich mit Verständigungsschwierigkeiten gerechnet habe und die politische Lage momentan und auch zu der Zeit schon nicht ganz ohne war. Ich muss sagen, das Land und die Leute haben mich überrascht. Im positiven Sinne.

blondes-maedelWer fleißig unseren Blog verfolgt, hat vielleicht am Rande mitbekommen, dass ich bei einem deutschen Reiseveranstalter arbeite. In Antalya durfte ich unsere Incoming Agentur, also die Menschen, die vor Ort dafür sorgen, dass der Urlaub unserer Kunden reibungslos verläuft, kennenlernen und unterstützen. Neben der klassischen Büroarbeit, wo ich mich mit Hotelverträgen und Reklamationen – es gibt tatsächlich Menschen, die sich beschweren, weil das Hotel beim Frühstückbuffet kein original Nutella im Angebot hat – sowie Transfer- und Ausflugskoordination  beschäftigt habe, gehörte es auch zu meinen Aufgaben, einigen unserer Reiseleiter bei ihren Begrüßungsgesprächen zuzuhören, bei denen sie unseren Gästen versuchen, diverse Ausflüge schmackhaft zu machen. Und ich muss sagen, das haben die echt drauf. Ich hätte am liebsten alle mitgemacht, die wir im Angebot haben (und das sind nicht gerade wenige), musste mich dann aber mit dreien begnügen. Ich bin nicht gerade der entscheidungsfreudigste Mensch, müsst ihr wissen, und hatte nun die Qual der Wahl. Irgendwann ist meine Entscheidung dann auf die „Blaue Reise“, Rafting und eine Offroadtour durchs Gebirge gefallen. Und ich würde behaupten, damit hab ich auch alles richtig gemacht.

blaue_grotte_antalyaBei der „Blauen Reise“, eine Bootstour entlang der Küste bei Kemer (gibt es auch überall sonst an der Riviera), kann man während der Badepausen wunderbar schnorcheln und mit etwas Glück sogar Schildkröten sehen. Die übrige Zeit kann man sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Allerdings sollte man die Sonne auf keinen Fall unterschätzen und sich mindestens nach jedem Badestopp einmal eincremen. Ich weiß, wovon ich spreche, ich hab mir meinen knackigen und sehr wohlgeformten Po dabei verbrannt. Ist nicht wiederholungsbedürftig.

rafting_antalyaDer Rafting-Ausflug war auch eine ziemlich witzige Angelegenheit und jedem, der auf ein bisschen Action steht und kein Problem damit hat, mal so richtig nass zu werden, zu empfehlen. Den Ausflug gibt es auch in Kombination mit einer Jeeptour. Man sollte sich auf jeden Fall festes, geschlossenes Schuhwerk einpacken, sonst muss man unter Umständen vor Ort ein Paar kaufen. Was ich an solchen Ausflügen immer total cool finde, ist, dass man die Möglichkeit hat, auf einfache Art und Weise neue Leute kennenzulernen. Das geht in kleinen Gruppen bei gemeinschaftlichen Aktivitäten grundsätzlich besser als bei größeren Gruppen. Seit meinem Rafting-Trip hab ich zwei neue jordanische Freunde, die in Kuwait leben. Wer weiß, wozu das mal gut ist. Aber als reisewütiges Wesen rentieren sich internationale Kontakte in der Regel immer.

canyon_antalyaDie Offroadtour im Taurus, eine 1500 km lange Gebirgskette, war auch ein besonderes Erlebnis. Ein ordentliches Kontrastprogramm zu den überfüllten Stränden von Side und Antalya. Der Adlercanyon und die Paulusbrücke sind zwei der Highlights auf dieser Strecke. Häufig wird bei so einer Tour auch die antike Stadt Selge angesteuert, wo junge Mädchen und viele Frauen versuchen, Kitsch an die Touristen zu verkaufen. Darauf sollte man sich im Vorfeld ein wenig einstellen, denn diese Damen sind äußerst hartnäckig und gehen dem einen oder anderen sicher schnell auf die Nerven.bridge_antalya

Schön ist auch die Altstadt von Antalya, und Alanya ist ebenfalls einen Besuch wert!  Auf den Basars lassen sich günstig Mitbringsel erstehen, und das Feilschen macht echt Spaß.

In einem der vielen Cafés beim Hafen und in der Altstadt sollte man auf jeden Fall mal einen çay (schwarzer Tee) oder einen türkischen Mocca probieren. Grundsätzlich ist das türkische Essen super lecker. Zu meinen kulinarischen Highlights gehören definitiv Gözleme (gefüllte Teigfladen), Iskender (der Urdöner), Lahmacun (Türkische Pizza), Ayran (salziger Trinkjoghurt) und grundsätzlich alles was mit Joghurt und Knoblauch serviert wurde. Da die Türken aber sehr großzügig würzen, sollte man anfangs etwas zurückhaltender sein und nicht alles durcheinander essen. Kann ich jedenfalls nicht empfehlen.

antalya_headNeben der Arbeit im Büro, dem Begleiten von Ausflügen und dem Lauschen von Begrüßungscocktails,  habe ich mir zwischen Kemer und Alanya eine ganze Reihe an Hotels in allen denkbaren Zuständen und Sternekategorien angeschaut. Eine Nacht durfte ich in Side im 5-Sterne-Resort verbringen. Als überzeugter Backpacker bin ich vorher nur in heruntergekommenen Hostels und ähnlichem abgestiegen und war von dem ganzen Luxus ein wenig überwältigt.

Das erste, was ich auf meinem Zimmer gemacht habe, war, mir meine Klamotten vom Leib zu reißen, mich unter die Regenwalddusche zu stellen,  mich anschließend in einen flauschig-weichen Bademantel zu hüllen und zu erforschen, wie diese Schwäne aus Handtüchern gemacht werden, die einen in solchen Hotels immer auf dem Bett erwarten. Als ich es nach einer halben Stunde immer noch nicht geschafft hatte, so ein blödes Federvieh aus Frottier zu drehen, zu falten, was auch immer, habe ich beschlossen niemals Zimmermädchen im 5-Sterne-Resort zu werden.

Die Türkei ist ein wirklich schönes Reiseziel, auch wenn es leider aktuell mit Terroranschlägen zu kämpfen hat. Lasst euch dort trotzdem nicht einen schönen Urlaub entgehen!

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