#1 Kalorienzählen – Mein Fazit

Meine Junkfood-Diät ist nun schon eine ganze Weile her, aber es hat etwas gedauert, die richtigen Worte zu finden, um zu beschreiben, wie es mir in diesen vier Wochen ergangen ist.

Einen Monat lang nur Süßes und Fastfood zu essen und dazu Cola und Eistee zu trinken, klingt wie ein wahrgewordener Kindheitstraum. Und dass ich dabei drei Kilo verloren habe, müsste eigentlich jeden animieren, es auch einmal zu probieren.  Aber davon rate ich euch ab. Was dagegen spricht, obwohl es funktioniert? Eine ganze Menge!

Ihr werdet jeden Abend hungrig ins Bett gehen.

1_fazit_1(eine Tagesration)

Wäre mein Kühlschrank bis auf etwas Ketchup, Olivenöl und Balsamicoessig nicht vollkommen leer gewesen, wäre ich spätestens nach der ersten Woche schwach geworden und hätte alles gegessen, was nicht bei drei auf den Bäumen gewesen wäre.
Ich habe meine Kalorien am Tag auf 1500 kcal reduziert. Wenn man sich dann erstmal bewusst macht, wie viel Kalorien diese Lebensmittel alle so haben, dann wird ganz schnell klar, dass das, was man essen darf, eher was für den hohlen Zahn ist.

Hier eine kleine Kalorienübersicht für euch zum Nachvollziehen:

0,5 l Coca Cola – 210 kcal
1 Oreo Keks – 53 kcal
1 Tüte (200 g) Haribo – ca. 670 kcal
1 Tüte(250 g) Kartoffelchips – ca. 1340 kcal
1 Mars Riegel – 244 kcal
1 TK Pizza – ca. 800 kcal
1 McDonalds Cheeseburger – 304 kcal

Da diese ganzen Lebensmittel so gut wie keine Nährstoffe mehr enthalten, die unser Körper braucht, suggeriert unser Gehirn uns dauerhaft Hunger, um uns mittzuteilen, dass wir noch mehr essen müssen, um die fehlenden Nährstoffe aufzunehmen.

Nach der ersten Woche seht ihr aus wie eine Streuselschnecke.

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Streuselschnecken sind süß und viele finden sie zum Anbeißen. Wenn aber euer Gesicht die Züge einer Streuselschnecke annimmt, findet euch keiner mehr zum Anbeißen.  Ich hab mich gefühlt wie das unsichere 13-jährige Mädchen, das ich mal war. Mitten in der Pubertät. Würde meine Schwester noch in meiner Nähe wohnen und hätte sie mich so gesehen, hätte sie mir sicher mit ihrer unverwechselbarcharmanten Art mitgeteilt, dass ich selbst für einen Blinden ein offenes Buch gewesen wäre.  Jeder Hautarzt hätte angefangen zu weinen.

Ihr werdet angestarrt wie Aliens mit Migrationshintergrund, körperlicher Behinderung und auffälligen Verhaltensstörungen.

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Besonders, wenn ihrzum Mittagessen eine Tüte Erdnussflips hervorzaubert, diese mit einem halben Liter Cola herunterspült und den Leuten dann erklärt, dass ihr gerade eine Diät macht und versucht abzunehmen.  Und das müsst ihr sehr oft erklären. Der einzige Vorteil hierbei ist die soziale Komponente, denn ihr fangt an, mit völlig fremden Menschen über Ernährung zu fachsimpeln.

Eure Enttäuschung wird unermesslich sein, wenn ihr herausfindet, dass Haribo euch Jahre lang angelogen hat.

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„Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso“? Nach vier Wochen fast nichts anderem, hat es Haribo eindeutig nicht mehr geschafft, mich froh zu machen. Nicht mal ansatzweise. Besonders so eine kleine Kinderhand voll zum Frühstück nicht. Man stellt fest, dass man die grünen wirklich mit Abstand am besten schmeckenden Gummibärchen (jedenfalls aus meiner Sicht) schrecklich gerne gegen einen richtigen Apfel austauschen würde.

Eure Laune wird immer schlechter und der Hüftspeck nach Ende der Diät immer mehr.

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Ich kann ganz schön zickig sein, wenn ich Hunger habe.  Und wenn ich richtig wütend bin, kommen mir auch mal die Tränen.  In diesen vier Wochen kullerten öfter die Tränen als während eines Nicholas Sparks Films. Aber so richtig wütend bin ich erst geworden, als ich mich drei Wochen nach dem Ende meiner Diät gewogen habe und feststellen musste, dass ich mehr wog als vor Beginn meiner Diät. Der Jojo-Effekt ließ grüßen.

Inzwischen verstehe ich, dass das Krümelmonster aus der Sesamstraße so unausstehlich war, wenn es Hunger hatte, aber wie es immer nur Kekse essen konnte, ist mir unbegreiflich.

Ich bin keine Ärztin, und wie schlecht diese Diät letztendlich für meinen Körper war, kann ich euch wissenschaftlich fundiert nicht erklären.  Dass es nicht gesund ist, obwohl man es schafft auf diese Art sein Gewicht zu reduzieren, sollte jedoch klar sein.  Ich habe mich durchgehend schlapp und unausgeglichen gefühlt, obwohl ich in der Zeit viel Sport getrieben habe.  Ich habe schlecht geschlafen und an der Arbeit Schwierigkeiten gehabt, mich zu konzentrieren.

Tut euch das bitte nicht an!

Reduziert gerne eure Kalorien, wenn ihr abnehmen wollt, aber dann mit gesunden Lebensmitteln und nicht so, dass ihr euch auf euer Wunschgewicht runterhungern müsst.

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2 Gedanken zu “#1 Kalorienzählen – Mein Fazit

  1. Misuriana says:

    Travel-Teriyaki,
    Wow, ich finde es mutig und stark, dass du das durchgehalten hast.
    Auch wenn ich selbst gern nasche würde ich nach 3 Tagen echt keine Selbstbeherrschung aufweisen :)
    Ich werde nämlich unleidig, wenn ich nicht satt werde !
    Und ja, ich kann verstehen und finde es gut, dass du sagst, dass man deine
    Junkfood- „Diät“ nicht nachmachen sollte.
    LG, Misu

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